«Die Einsätze sind Gold wert»

Schiedsrichter Mirco Müller konzentriert und fokussiert.
Schiedsrichter Mirco Müller konzentriert und fokussiert. Foto Pascal Müller

Die Familie Müller ist eng mit den Red Devils March-Höfe verwurzelt. Pascal Müller ist im Vorstand seit einigen Jahren für den Bereich Marketing verantwortlich. Ausserdem fotografiert er seine Devils leidenschaftlich gern. Bruder Mirco hat zwei Jahre für die Red Devils in der NLB gespielt, war als Trainer aktiv und pfeift seit der Saison 2025 in der L-UPL, der höchsten Unihockey-Stufe in der Schweiz.

Spieler Müller entdeckt eine Leidenschaft

In ganz jungen Jahren stellte sich für Mirco Müller irgendwann die Frage: Kunstturnen oder Unihockey? Pfäffikon oder Altendorf? Das Rennen machte das schnelle Floorball-Spiel in der MZH in Altendorf. Von 1999 bis 2019 spielte Versicherungskaufmann Müller für seine Roten Teufel. Zwanzig Jahre Unihockey, mit 31 Jahren war Schluss. «In den 20 Jahren habe ich von den Junioren bis zur Nationalliga B alles gespielt, doch irgendwann war die Motivation nicht mehr komplett vorhanden», beschreibt Unihockey-Verteidiger Müller. Doch die Liebe zum Unihockey und die Leidenschaft für den Sport sind geblieben.

Schiedsrichter Müller fängt an

2014 griff Mirco Müller erstmals zur Pfeife, da war er 26. «An den genauen Auslöser für unsere Entscheidung, Unihockey- Schiedsrichter zu werden, kann ich mich gar nicht mehr erinnern », sagt Müller. Das «unser» ist in dem Fall wichtig, denn Mirco Müller bildet von Beginn an ein Schiedsrichter-Duo mit Mischa Roth. «Wir waren beide als Trainer bei den Devils aktiv. Ich habe eine Aufgabe im Verein gesucht, die ich besser mit meinem Job vereinbaren kann. So ist dann langsam die Idee entstanden», vermutet Müller.

Müller und Roth meldeten ihren Bedarf beim Schiri-Obmann der Red Devils an. Der erste Schritt war gemacht. Nach der Anmeldung folgten zwei Tage Referee-Kurs. Ein Tag Theorie und ein Tag Praxis. Nach dieser kurzen Einführung in die Welt der Schiedsrichter ging es ohne Umschweife aufs Hallenparkett.

Schiedsrichter Müller startet durch

Im Schweizer Unihockey sind die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in fünf Kategorien eingeteilt. «Die unterste Stufe beginnt bei G5 und geht dann bis G1», verdeutlicht Müller. Schon nach drei Jahren leitete das Ausserschwyzer Gespann Müller/Roth Spiele auf G2-Ebene. Seit letzter Saison ist das Referee-Duo in der höchsten Stufe, G1, angekommen. «In dieser Stufe gibt es drei Töpfe: Damen NLA, dann Herren NLB und U21-A sowie als drittes Gefäss Herren NLA, die L-UPL, die höchste Stufe bei den Herren», klärt Müller auf. Die beiden Schiedsrichter der Red Devils pfeifen zurzeit in der höchsten Damenliga. Zwischendurch gab es auch schon Einsätze in der NLB und der U21-A, «aber zu 90 Prozent lei-ten wir Spiele der Frauen».

Schiedsrichter Müller sammelt Erfahrung

Seit gut elf Jahren pfeifen die beiden Unparteiischen Unihockeyspiele. Insgesamt kommen Müller/Roth auf gut 100 Spiele als Referees. In den ersten Jahren seien es pro Saison immer rund zehn Einsätze gewesen. Erst seitdem sie in der höchsten Spielklasse pfeifen, ist die Taktung deutlich intensiver geworden. «Abhängig davon, wie viele Playout- und Playoff-Spiele noch hinzukommen, haben wir zwischen 20 und 30 Einsätze als Schiedsrichter», erklärt der 37-Jährige.

Etwa fünf Jahre möchte Schiri Müller noch Spiele auf höchster Ebene leiten. Auch internationale Einsätze als Schiedsrichter sind für den Höfner Müller eine Option. «Wir sind ambitioniert, offen, aber nicht verbissen. Wir lassen das auf uns zukommen und entscheiden spontan, ob wir den nächsten Schritt gehen», verdeutlicht Müller. Falls es in den nächsten zwei, drei Jahren ein Thema werde, könnte sich Müller das gut vorstellen. Aber konkret sei momentan nichts.

Schiedsrichter-Duo Roth/Müller beim L-UPL-Spiel der Floorball Riders vs. Floorball Uri
Schiedsrichter-Duo Roth/Müller beim L-UPL-Spiel der Floorball Riders vs. Floorball Uri Foto Pascal Müller

Schiedsrichter Müller und die Unterschiede

Das Schiedsrichtergespann hat über zehn Jahre Erfahrung gesammelt. Ein Unterschied zwischen Unihockey bei den Damen und Herren sei auch als Schiedsrichter erkennbar. «Bei den Damen ist alles viel feiner. Bei den Herren kracht es bei einem Stockschlag, bei den Damen ist die Aktion weniger offensichtlich», versucht Müller, die Unterschiede zu fassen. Auch in der Kommunikation müsse man sich als Referee anders verhalten. «Im Damen-Unihockey ist der Erklärungsbedarf grösser, die Kommunikation ist freundlicher, weicher.» Jede Liga habe ihre Eigenheiten und Besonderheiten, darauf müsse man sich als Schiedsrichter einstellen.

Schiedsrichter Müller und sein Aufwand

Die Unihockey-Saison startet im September und geht bis April. Für Schiedsrichter Müller und seine Kollegen beginnt die Saison vor der Saison, ein Sporttest steht dann an. «Den hatten wir vor der Saison etwas unterschätzt und mussten beim Intervalltraining ziemlich schnaufen», erinnert sich der Höfner. Pro Match ist Müller sechs bis sieben Stunden im Einsatz. Anfahrt, Vorbereitung, Spiel, Rückfahrt, Nachbereitung.

Dieser Aufwand wird vergütet. Den Grundstock für die Schiedsrichtereinsätze vergütet der Verein. Bei den Red Devils sind das von 500 bis 1100 Franken pro Saison. Pro Match erhält der Schiedsrichter eine Pauschale für das Spiel, die Verpflegung und die Fahrkosten. «Bei uns sind das pro Spiel etwa 200 Franken», sagt Müller und ergänzt: «Du kannst als Schiedsrichter nicht reich werden, aber zwischen 4000 und 6000 Franken kann man schon verdienen.» Müller weiss, wovon er spricht, denn von 2021 bis 2025 war er Schiedsrichterobmann bei den Roten Teufeln.

Schiedsrichter Müller und die Lebensschule

«Die Entwicklung, die ich in den letzten zehn, elf Jahren als Schiedsrichter genommen habe, ist extrem positiv», ist Müller überzeugt. An sein erstes Spiel kann sich Müller noch ziemlich gut erinnern. Herren Grossfeld, 3. Liga in Wetzikon. Klare Tätlichkeit. «Wir waren mit der Situation so überfordert, dass wir keine Rote Karte gegeben haben. Das würde uns heute nicht mehr passieren.» Den Job als Referee kann Müller allen Spielerinnen und Spielern nur wärmstens empfehlen. «Man kann als Schiri wirklich wachsen. Für die Persönlichkeitsentwicklung sind die Einsätze Gold wert.»

Die Red Devils March-Höfe sind in der regionalen Unihockey-Landschaft ein echter Wert. Gute Nachwuchsarbeit, gute Erstliga-Teams und bei den Referees sind sie erstklassig. Drei Schiedsrichter der Roten Teufel leiten Spiele auf höchster Unihockey-Stufe. Einer von ihnen: Mirco Müller.