«Einsätze sind eine kleine Lebensschule»

Konzentrierte Arbeit mit einem leichten Lächeln im Gesicht.
Konzentrierte Arbeit mit einem leichten Lächeln im Gesicht. Foto Pascal Müller

Die Red Devils March-Höfe haben eine gute Nachwuchsarbeit, und bei den Referees sind sie erstklassig. Drei Devils-Schiedsrichter leiten Spiele auf höchster Unihockey-Stufe. Einer von ihnen: Mischa Roth.

Nach sechs Jahren als Mittelfeldspieler beim FC Lachen/ Altendorf fand Mischa Roth den Weg zu den Red Devils March-Höfe. Das war in der Saison 2001/2002. «Ich war 13 oder 14 Jahre alt, als mich ein Kollege erstmals zum Unihockey mitgenommen hat», so Roth. Die Geschwindigkeit im Unihockey habe ihn von Anfang an begeistert. Diese Begeisterung ist bis heute geblieben.

Der Spieler

Ex-Fussballer Roth begann bei den Roten Teufeln als Feldspieler. Nach ein paar Jährchen herrschte Goalie-Krise im Nachwuchsbereich der Red Devils. «Wir hatten keinen Torwart, da hat mich unser damaliger Trainer gefragt, ob ich es nicht einmal probieren wollte», erinnert sich Roth. Einmal Goalie, immer Goalie – blieb Roth im Unihockey-Tor. Von den Junioren A/B Grossfeld schaffte es der Märchler bis in die NLB. «Nach einigen NLB-Jahren mit der ersten Mannschaft habe ich nach der Saison 2012/13 mit dem Leistungssport aufgehört. Meine Tätigkeit im Aussendienst von Unihoc und die vielen Trainings und Spiele liessen sich nicht so leicht miteinander kombinieren», erklärt der heute 38-jährige Roth. Doch die Red Devils blieben zentraler Bestandteil in Roths Leben, allerdings fortan in der 2. Mannschaft. Und wieder als Feldspieler. Einmal Goalie, immer Goalie?

Der Trainer

Wer im Unihockey Erfahrung als Goalie und Feldspieler gesammelt hat, der wird natürlich schnell ein gefragter Experte. Der Weg als Coach war somit vorgezeichnet. Frühzeitig stieg Mischa Roth als Trainer der Juniorinnen und Junioren bei den Red Devils ein. Die erfolgreichste Zeit seiner Trainertätigkeit erlebte Roth bei den Damen. Mit Pascal Müller, heute im Vorstand der Red Devils für den Bereich Marketing verantwortlich, coachte Roth die Damen Kleinfeld. Zwei absolute Highlights erlebte das Trainer-Duo Roth/Müller in der Saison 2015/16. «Wir sind Cupsieger und Schweizer Meister geworden», erzählt Roth. Im Cupfinale setzten sich die Teufelinnen gegen Gossau durch, die Schweizermeisterschaft holte das Team gegen Oekingen, den mehrfachen Cupsieger und Schweizermeister bei den Damen. Nach der erfolgreichen Zeit als Coach schlägt Roth sein nächstes Kapitel im Unihockeysport auf, er wird Schiedsrichter.

Mischa Roth im Einsatz: klare Anweisungen, schnelle Entscheidungen und eine gute Körpersprache sind hilfreich.
Mischa Roth im Einsatz: klare Anweisungen, schnelle Entscheidungen und eine gute Körpersprache sind hilfreich. Foto Pascal Müller

Der Schiedsrichter

Wir schreiben die Saison 2014/15. Mirco Müller, der Bruder von Pascal, und Mischa Roth besuchten in Ittingen den zweitägigen Lehrgang zum Unihockeyschiedsrichter. «Wir hatten kaum den Regelkundefragebogen ausgefüllt und bestanden, da hatten wir schon unseren ersten Einsatz.» Grossfeld, Wetzikon, 4. Liga. Seit mittlerweile gut elf Jahren pfeifen die beiden Unparteiischen Unihockeyspiele. Insgesamt kommt das Schiri-Duo Roth/Müller auf über 150 Spiele als Referees. In den ersten Jahren seien es pro Saison immer rund 10 bis 20 Einsätze gewesen. Erst seitdem sie in der höchsten Spielklasse pfeifen, haben sich die Einsätze deutlich gesteigert. «Abhängig davon, wie viele Playout- und Playoff-Spiele noch hinzukommen, haben wir zwischen 20 und 30 Einsätze als Schiedsrichter», veranschaulicht Wintersport-Fan Roth. Pro NLA-Einsatz kommt Roth auf sechs bis acht Stunden. «Das ist immer davon abhängig, wie weit wir reisen müssen.» Pro Einsatz erhalten die NLA-Referees rund 250 Franken.

Einige Jahre möchte Schiri Roth noch Spiele auf höchster Ebene leiten. Auch internationale Einsätze als Schiedsrichter wären für den Märchler eine Option. «Wir lassen das auf uns zukommen und entscheiden spontan, ob wir den nächsten Schritt gehen», verdeutlicht er. «Im Januar haben wir das Cup-Halbfinale Zug gegen Laupen bei den Damen gepfiffen. Eine coole Erfahrung auf hohem Niveau.» Und Ende Februar folgte der nächste Top-Einsatz: Ersatzschiedsrichter im Cupfinale.

Das Duo

Seit über zehn Jahren leiten Mirco Müller und Mischa Roth gemeinsam Unihockeyspiele. Seit über einem Jahrzehnt sind sie in den Turnhallen der Schweiz unterwegs. Das schweisst zusammen, das verbindet. «Mirco ist eine sehr ruhige, besonnene Person. Ausserdem behält er in hektischen Situationen den Überblick», beschreibt Roth seinen Schiedsrichter-Partner. Im Unihockey gibt es den Tor- und den Feldschiedsrichter. Jeder Schiedsrichter hat für eine Spielhälfte die Ballkompetenz. Während dieser den Ball kontrolliert, beobachtet der andere Unparteiische die Zweikämpfe und das Geschehen abseits des Balles.

Die Schule fürs Leben

Die entscheidende Frage zum Schluss: Warum sollte ich Referee werden? «Die Einsätze als Schiedsrichter sind eine kleine Lebensschule», ist Roth sicher. Der Job als Unparteiischer sei extrem spannend und vielseitig. In hektischen Situationen müsse der Unparteiische den Überblick behalten. Man lerne, viele unterschiedliche Personen und die Schweiz kennen. «Ich muss meine Meinung vertreten und lerne, mit Kritik umzugehen», zeigt Roth auf. Vor dem Spiel gehen Roth und Müller sich gemeinsam aufwärmen und fokussieren sich auf ihre Aufgabe. «Wenn das Spiel mit dem Bully startet, habe ich immer einen guten Puls, eine gewisse Nervosität und Anspannung ist bei mir dann immer vorhanden.»