Letzte Saison gelang dem Herren 1 der «Turnaround». Nun will das Team zeigen, dass es auch «Spitzenmannschaft» kann.
Ohne despektierlich zu sein – es ist ein Weilchen her, seit das Fanionteam der Red Devils grosse sportliche Erfolge feiern konnte. Um die Jahrzehntwende dümpelte man in der Nationalliga B bestenfalls im hinteren Mittelfeld, meistens aber in den hinteren Tabellenregionen, herum, und nach dem Abstieg 2023 folgten zwei grösstenteils durchzogene Saisons in der 1.Liga. Es kam die Saison 2025/26, in der die Roten Teufel einen Blitzstart hinlegten, Sieg an Sieg reihten, die engen Partien fast immer auf ihre Seite ziehen konnten und sich plötzlich in der Spitzengruppe der Liga wiederfanden. Eine ungewohnte Situation für die junge Mannschaft. Eine Situation, mit der sie zuerst lernen musste, umzugehen. In der zweiten Saisonhälfte spielte man weiterhin gut, aber die Unbeschwertheit, mit der man die Saison begann, schien doch etwas zu schwinden. Vom Jäger zum Gejagten – da kann man durchaus ins Grübeln kommen. Vom dritten Rang aus in die Playoffs startend schaffte man nach 0:2 Rückstand die Wende gegen die Red Lions Frauenfeld, bevor man in den Halbfinals gegen den späteren Aufsteiger Bassersdorf Nürensdorf die Segel streichen musste. Doch auch wenn die Luft gegen Ende ein wenig ausging, so darf man durchaus von einer «Turnaround-Saison» sprechen, die dem Team von Headcoach Cyril Zolliker gelang.
Was ist von der «Saison danach» zu erwarten? Nehmen die Red Devils ihre neu gewonnene Favoritenrolle an? Darf man sich gar «Aufstiegsaspirant» nennen? Zumindest gibt es einige Argumente, die dafürsprechen, dass das Team von Zolliker einen weiteren Schritt nach vorne machen kann. Der ehemaligen GC-Spieler brachte nicht nur den Spass am Unihockey, sondern auch den sportlichen Erfolg zurück. Es ist wieder da, das Gefühl, gemeinsam etwas erreichen zu können. Darauf kann der 32-Jährige nun in seiner zweiten Saison als Cheftrainer aufbauen. Die Voraussetzungen dafür sind auch deshalb gut, weil die Mannschaft aus personeller Sicht wenig Veränderung erfahren wird. Die Konstanz ist also gegeben, um die «Winnermentalität», wie es Zolliker formuliert, weiter zu stärken. Als Kirsche auf der Sahnetorte konnte mit Conny Lindblom ein finnischer Verstärkungsspieler an Bord geholt werden, der die Qualität anheben wird. Zudem wurde auch der Staff erweitert, indem man Manfred Berzel und Manuel Züger als Assistenztrainer engagieren konnte. Die Basis für eine erfolgreiche Saison legte Athletiktrainer Aki Kolari im Sommertraining, das sehr «intensiv» war, wie aus Kreisen des Teams zu hören ist.
Doch reicht dies alles für den ganz grossen Coup, die Rückkehr in die Nationalliga B? Über kurz oder lang sehen sich die Red Devils nämlich genau dort. Jedoch, die Konkurrenz in der 1. Liga Gruppe 2 ist ebenfalls ambitioniert. Der stärkste Gegenwind im Kampf um den Gruppensieg dürfte, wie in der vergangenen Saison, von Bülach Floorball kommen. Doch auch den Rheintal Gators, Floorball Uri und den Jona Uznach-Flames ist einiges zuzutrauen. Und wenn die Iron Marmots aus Davos Klosters den Abstiegsfrust schnell abschütteln können, ist mit den Bündnern auf jeden Fall zu rechnen. Man darf gespannt sein, wie sich die Red Devils behaupten werden in diesem starken Teilnehmerfeld. Es scheint Vieles möglich – auch der ganz grosse Coup.
Die Saison startet am Wochenende gleich mit einer Doppelrunde. Am Samstag spielen die Devils gegen den UHC Laupen ihre erste Meisterschaftsrunde. Am Sonntag können sich die Unihockeyfans dann auf das grosse Cup-Highlight freuen. Die Märchler stehen dort im Kampf David gegen Goliath dem SV Wiler-Ersigen gegenüber. Schon vor genau 18 Jahren gab es diese Affiche im Cup. Pascal Müller stieg deshalb in die Tiefen des Archivs und fand das Video zum Spiel vom 13.9.2008. Eine echte Trouvaille!
Damals verlangten die Red Devils dem haushohen Favoriten, der mitten in seiner absoluten Blütezeit von sechs Meistertiteln in Folge (2007-2012) stand, alles ab und verloren trotz Führung im Schlussdrittel mit 4:7. Man darf gespannt sein, wie sich die Devils in diesem Jahr schlagen werden.